Praxisleitfaden

Eh da-Flächen nutzen – Artenvielfalt fördern. Praxisleitfaden für Anlage und Pflege

Eh da Flächen nutzen - Artenvielfalt fördern. Praxisleitfaden.Die Broschüre bietet praktische Tipps und Handlungsvorschläge, mit denen Bürgermeister und engagierte Bürger in ihren Gemeinden die biologische Vielfalt schützen und entwickeln können. Kommunale Eh da-Flächen sind Straßenböschungen, Verkehrsinseln, Bahndämme, Geländestufen und vieles mehr. Die Idee des Eh da-Konzeptes besteht darin, solche Flächen mit geringem Aufwand gezielt aufzuwerten. So können sie als Rückzugs- und Entwicklungsraum für wildlebende Tier- und Pflanzenarten dienen. Im Mittelpunkt stehen hier die Hummeln und Wildbienen, die auch in der Landwirtschaft wichtige Bestäuberinsekten sind.

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Aus dem Inhalt

  • Was sind Eh da-Flächen?
  • Wozu sind Eh da-Flächen gut?
  • Lebensraumsteckbrief
    • Grünflächen
    • Blühstreifen und Blühflächen
    • Ebene Rohbodenflächen
    • Vertikale Rohbodenflächen
    • Ruderalflächen
    • Busch und Gehölzsäume
    • Bäume
    • Altholz, Totholz, Holzlagerstätten
    • Lesteinhaufen und alte Mauern
    • Gärten
  • Nutzen und Erstellen von Kartenmaterial
  • Wen will das Eh da-Konzept erreichen?
  • Ablauf eines Eh da-Projekts
    • Vorbereitungsphase
    • Planungsphase
    • Durchführungsphase
  • Was kostet ein Eh Da-Projekt?
    • Kostenvergleich von Pflegemaßnahmen je Lebensraumtyp
    • Kostenübersicht für Blühsaatmischungen
    • Empfohlene Geräte
    • Modellprojekte
    • Artenvielfalt geht alle an
    • Ein Blick hinter die Kulissen

    Aus der Einleitung:
    Viele Tier- und Pflanzenarten der Agrarlandschaft sind selten geworden. Dieser Rückgang
    der biologischen Vielfalt ist in zahlreichen wissenschaftlichen Studien belegt und betrifft die
    unterschiedlichsten Organismen – Blütenpflanzen, Bienen, Schmetterlinge oder viele Vögel.
    Was lässt sich gegen diesen Verlust von Biodiversität tun? Es gibt eine Vielzahl von Maßnahmen,
    zum Beispiel die Ausweisung von Naturschutzgebieten oder bestimmte, meist
    extensive, landwirtschaftliche Bewirtschaftungsweisen. Das Eh da-Konzept ist ein Baustein
    im Katalog möglicher Maßnahmen. Es basiert auf der Tatsache, dass es in der Agrarlandschaft
    Flächen – „Eh da-Flächen“ – gibt, die ökologisch aufgewertet werden können, ohne aus der
    für die Produktion ohnehin knappen Agrarfläche Teile entnehmen zu müssen. Vorhandene
    Flächen besser zur Förderung biologischer Vielfalt zu nutzen, ist der Grundgedanke dieses
    Konzepts.

    Eh da-Flächen sind meist kleinräumig, können aber trotzdem einen nennenswerten prozentualen
    Anteil einer Agrarlandschaft einnehmen. Sie bieten vielen Tieren und Pflanzen eine
    Heimat. Oft stellen sie Teillebensräume (Elemente kombinierter Lebensräume) dar, die etwa
    Blütenbestäubern Tracht, Kleintieren Überwinterungsmöglichkeiten und Vögeln Futter bieten.
    Zusätzlich müssen andere Habitate (Lebensräume) vorhanden sein, um die Gesamtheit
    der Lebensraumansprüche einer Art abzudecken. Eh da-Flächen können auch Verbindungskorridore
    darstellen, entlang derer Tiere wandern können. Sie sind jedoch kein Ersatz für
    großflächige Schutzgebiete oder sonstige Flächen zur Förderung biologischer Vielfalt.
    Die Bedeutung von Eh da-Flächen lässt sich gut am Beispiel der Bienen beschreiben. Wildbienen
    können in vielerlei Hinsicht als repräsentative Tiere der Agrarlandschaft betrachtet
    werden: in Bezug auf die Vielfalt ihrer Lebensraumansprüche, bezüglich des Rückgangs vieler
    Arten sowie im Hinblick auf ihre Bedeutung nicht zuletzt für den Menschen. Sie sind eben
    nicht nur schöne und reizvolle Tiere, für die sich der Naturschutz interessiert, sondern sie bieten
    dem Menschen auch eine Fülle von „ökologischen Dienstleistungen“. Honig oder Wachs,
    beliebte Erzeugnisse der Honigbiene, kennt jeder. Aber nicht jeder weiß um die Bedeutung
    der vielen in der Kulturlandschaft lebenden Wildbienenarten für die Blütenbestäubung. Der
    Erhalt ihrer Lebensräume ist die Grundlage für ihren Schutz, und hier schließt sich der Kreis
    zur Bedeutung der Eh da-Flächen.