Reblaus

Sie ist eine Blattlausart, deren gesamter Entwicklungszyklus am Rebstock verläuft. Dieser Entwicklungszyklus ist kompliziert und verläuft sowohl unter- als auch oberirdisch an den Rebstöcken. Im 19. Jahrhundert führte die Reblaus in europäischen Weinbaugebieten zu drastischen Verwüstungen. Der Schädling war durch Rebstöcke aus Amerika über England nach Frankreich eingeschleppt worden. Allein in Frankreich wurden 2,5 Millionen Hektar Rebfläche vernichtet. Ihre „Invasion“ setzte sie zum Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland fort. Der Schaden der Reblaus entsteht nicht – wie häufig angenommen – durch Fraß an der Wirtspflanze, sondern durch Inhaltsstoffe des Speichels, der während des Saugens in die Wirtspflanze gelangt. Die Saugtätigkeit schädigt vor allem das Leitgewebe der Wurzeln, was zum Absterben der Pflanze führen kann. Durch den Einsatz resistenter Rebsorten wird dieser Großschädling heute erfolgreich unter Kontrolle gehalten.