Boden schonen - Kraftstoff sparen: Mit Parallelfahrsystemen

Sogenannte „Navis“ - Navigationsgeräte – im Auto kennt und nutzt sie heute fast jeder. Es überrascht also nicht, dass die Satelliten-gestützte Navigation auch in der Landwirtschaft immer stärker genutzt wird. Dabei geht es allerdings nicht darum, „zielsicher“ auf unbekannten Straßen zu fahren, sondern vielmehr darum, auf einer Ackerfläche stets die Orientierung zu haben, wo genau man sich mit der Maschine gerade befindet.

Satelliten-gestützte Navigation

Was am PC im Betrieb geplant wird…
… kann mithilfe von Satelliten umgesetzt werden.

Bei der Navigation mit Satellitenunterstützung berechnet ein Empfangsgerät z.B. in einem Traktor aus den Funksignalen von i.d.R. vier in der Erdumlaufbahn stationierten Satelliten die Position des Fahrzeugs auf der Erdoberfläche. Dazu werden von dem Empfangsgerät die von den Satelliten ausgesandten Informationen zur genauen Position und zur aktuellen Uhrzeit sowie die Laufzeiten der Funksignale ausgewertet. Mit diesem Verfahren ist etwa bei GPS inzwischen eine Genauigkeit bis auf wenige Meter erreichbar. 

Genauer als „Augenmaß“

Wo genau die Maschine sich auf dem Acker befindet, ist aus ganz verschiedenen Gründen eine wichtige Information: Wenn beispielsweise nach der Getreideernte eine Bodenbearbeitung erfolgen sollte, um Stoppeln und Erntereste in die obere Bodenschicht einzumischen, dann fuhr der Traktorfahrer bisher „nach Augenmaß“ Spur an Spur von der einen Seite des Ackers zur anderen Seite und zurück.

Und auch bei größter Mühe kam es immer wieder zu unbearbeiteten Streifen zwischen den einzelnen Spuren, oder die Spuren wurden – um solche Streifen zu vermeiden – mit deutlicher Überlappung gefahren.

Exakt bis auf wenige cm

Präzise Bodenbearbeitung, Düngung und Pflanzenschutz...
… Spur für Spur mit gleichbleibender Genauigkeit.

Eine Positionsbestimmung „bis auf wenige Meter“ nützt natürlich nichts, wenn es darum geht, bei Bodenbearbeitung, Erntearbeiten mit dem Mähdrescher oder auch der Düngung Aussparungen oder Überlappungen zu vermeiden. Je nach Herstellerfirma und Einsatzzweck gibt es deshalb unterschiedliche Möglichkeiten, die mit Infrarottechnik, öffentlichen Referenzsignalen oder sogar eigenen Referenzstationen arbeiten.

Allerdings ist diese Genauigkeit nicht kostenlos zu haben: Die Referenzsignale sind zum Teil kostenpflichtig, und einfache optische Lenkhilfen, aktiv mitsteuernde Lenkassistenten bis hin zu  absolut genauen Lenkautomaten kosten jeweils ihren vier- bis fünfstelligen Preis. Damit ist dann aber auch eine Spur an Spur-Genauigkeit von bis zu 2,5 cm möglich.

Ein halber Meter ist schon zu viel

Bei Arbeitsbreiten moderner Geräte von sechs, acht oder mehr Metern ist es tatsächlich kaum möglich, ohne weitere Hilfsmittel exakt Spur an Spur zu fahren. Wenn es aber zu Überlappungen kommt - auch wenn es pro Spur nur 50 cm sind – summiert sich diese doppelt bearbeitete Fläche im Lauf eines Arbeitstages oder auf einem Feld auf sehr viele Meter – und damit auf etliche Überfahrten, die zur Bearbeitung der gesamten Oberfläche zusätzlich erfolgen müssen.

Zusätzliche Überfahrten bedeuten aber: Mehr Passagen über den Acker und damit mehr Bodendruck als nötig, mehr Wendezeiten am Feldende – und auch dort eine erhöhte Verdichtungsgefahr -, höherer Zeitbedarf und vor allem auch höherer Kraftstoffverbrauch.

Präzision mit Parallelfahrsystemen auf dem Acker ist damit gut für Ökologie und Ökonomie – und so ein weiteres Beispiel dafür, wie Innovationen die nachhaltige Landwirtschaft voranbringen.