Bodenschutz mit moderner Landtechnik

Moderne Landtechnik ist oft beeindruckend groß und leistungsfähig. Mähdrescher mit Schnittbreiten von mehr als 10 Metern, sechsreihige Rübenroder und große Traktoren mit über 200 PS: Solche Maschinen sind immer häufiger auf den Feldern zu sehen. Bemerkenswert ist, dass sie nicht nur sehr leistungsfähig sind, sondern auch viel mehr Bodenschutz bieten, als das früher mit der alten Technik möglich war.

Wie kann das sein? Um das zu verstehen, ist zunächst zu klären, was „Bodenschutz“ eigentlich bedeutet. Zwei physikalische Prozesse sind auf landwirtschaftlich genutzten Böden grundsätzlich unerwünscht: die Erosion und die Verdichtung. In beiden Fällen verliert der Boden mittel- bis langfristig an Bodenfruchtbarkeit, weil der verfügbare Wurzelraum und/oder der Humusgehalt und das Speichervermögen für Nährstoffe, Wasser und Kohlenstoff geringer werden. Damit sinkt auch das Ertragspotenzial der angebauten Kulturpflanzen.

Erosion

Unter Erosion versteht man die Verlagerung von Bodenpartikeln durch Wind oder Wasser. Die Bodenpartikel werden einerseits von der betroffenen Fläche „abgetragen“, andererseits an anderer Stelle aber auch wieder eingetragen (Gewässer) oder abgelagert (z. B. am Fuß eines Berghangs). Dieser Eintrag ist ggf. mit einer unerwünschten Anreicherung von Nährstoffen verbunden. Je weniger eine Bodenoberfläche mit Pflanzen oder auch mit den Stoppeln und Resten abgeernteter Pflanzen bedeckt ist, desto größer kann die Bodenerosion bei starkem Wind oder starken Niederschlägen sein. 

Verdichtung

Eine Verdichtung entsteht, wenn ein Boden über seine Tragfähigkeit hinaus belastet wird. Dann kommt es zu einer nicht umkehrbaren Verschiebung von Bodenteilchen gegeneinander – und in der Folge zu einer Abnahme der Hohlräume (Porenvolumen) im Boden. Damit wird der Luft- und Wasserhaushalt des Bodens beeinträchtigt. 

Keine Verdichtung dank „leichtfüßiger Riesen“

Moderne Landtechnik ist zwar groß und leistungsfähig, kommt aber „leichtfüßig“ daher: Mit Breitreifen, Reifendruckregelungsanlagen oder Raupenlaufwerken. In allen Fällen ist der Trick, die Fläche, auf der das Fahrwerk den Boden berührt (die Aufstandsfläche), so groß wie möglich zu machen. So wird möglichst wenig Druck ausgeübt. Und das funktioniert, wie in der Abbildung „Druckzwiebeln“ dargestellt. 

Rübenroder mit Breitreifen
Raupenlaufwerk
Innovatives Fahrwerk
Historisches Fahrwerk

Neben der Größe der Aufstandsfläche ist auch der Luftdruck in den Reifen ein wichtiges Kriterium. Moderne Maschinen sind deshalb mit Reifen ausgestattet, die im Feld mit deutlich abgesenktem Luftdruck gefahren werden können. Mit der Reifendruckregelungsanlage an Bord der Maschinen können die Reifen dann für weniger Verschleiß bei der Straßenfahrt wieder auf einen höheren Druck aufgepumpt werden. Die früher üblichen Zugtiere (Pferde, Ochsen) oder die Traktoren der ersten Generation mit ihren schmalen Eisenrädern waren da für den Boden ein „ganz anderes Kaliber“, weil deutlich belastender für den Boden.