Innovationen - Triebkräfte des Fortschritts

Innovationen sind Neuerungen oder Entdeckungen, die uns Menschen begleiten, seitdem wir begonnen haben, einfachste Werkzeuge wie Faustkeile zu nutzen. Dazu gehört die Erfindung des Rades ebenso wie die Nutzbarmachung des Feuers: Innovationen sind gleichzeitig Triebfeder und Voraussetzung der menschlichen Entwicklung.

Auch die Landwirtschaft wird, wie jeder Bereich des menschlichen Lebens und Handelns, von Innovationen geprägt. Nur so war es möglich, immer mehr Nahrung für die immer schneller wachsende Weltbevölkerung zu erzeugen.

Tatsächlich würde die heute weltweit erzeugte Nahrung ausreichen, um die derzeit 7,115 Mrd. auf diesem Planeten lebenden Menschen (Stand Januar 2013) ausreichend zu ernähren. Dass dies bis heute nicht gelingt, hat vielfältige, auch unerfreuliche Ursachen; dies schmälert aber nicht den Wert der Innovationen, die eine so bemerkenswerte Produktion überhaupt erst ermöglicht haben.

Kleine Zeitreise

Eine kleine Zeitreise zeigt an einigen ausgewählten Beispielen, welche Meilensteine landwirtschaftliche bzw. naturwissenschaftliche Innovationen in den vergangenen Jahrhunderten - und dies in immer schnellerer Folge - gesetzt haben.

Mittelalterlicher Hakenpflug aus Holz mit eisenbeschlagener Spitze zum Auftritzen des Bodens
Mittelalterlicher Hakenpflug aus Holz mit eisenbeschlagener Spitze zum Auftritzen des Bodens
Moderner Vierschar-Volldrehpflug von heute
Moderner Vierschar-Volldrehpflug von heute

Rund 600 nach Christus beginnt der Mensch, die bis dahin genutzten, wenig effizienten Grabstöcke durch Pflugschare zu ersetzen.

1682 wird erkannt, dass es auch bei den Pflanzen weibliche und männliche Fortpflanzungsorgane gibt.

1834 kommen die ersten mechanischen Erntemaschinen auf den Markt. Eine zaghafte Entlastung von der schweren Arbeit in der Landwirtschaft beginnt.

1897 wird der Dieselmotor entwickelt - und ist bis heute ein unverzichtbarer Antrieb für eine Vielzahl leistungsfähiger Landmaschinen.

Getreideernte 1958 - langsame Handarbeit, stets von schlechtem Wetter bedroht
Getreideernte 1958 - langsame Handarbeit, stets von schlechtem Wetter bedroht
Getreidernte heute - bodenschonend und effizient für höchste Qualität des Ernteguts
Getreidernte heute - bodenschonend und effizient für höchste Qualität des Ernteguts

1909 beginnt mit dem Haber-Bosch-Verfahren die industrielle Gewinnung von Stickstoff aus der Luft; damit wird die Grundlage dafür gelegt, ertragreiche Pflanzenbestände bedarfsgerecht mit dem Nährelement Stickstoff zu versorgen.

1944 wird erkannt, dass die DNA Träger der Erbinformationen ist.

In den 1980er Jahren beginnen erste Ansätze, Ortungssysteme (z. B. GPS) für landwirtschaftliche Arbeiten zu nutzen. Ertragskartierungen und die teilflächenspezifische Düngung sind Beispiele für eine Technologie, die sich u. a. auch mit automatischen Lenkhilfen für genaueres, überlappungsfreies Arbeiten immer weiter in der landwirtschaftlichen Praxis durchsetzt.

Verantwortlich handeln

Innovationen bedeuten Veränderung. Hätten unsere Vorfahren Erneuerung und Wandel gescheut, säßen wir noch heute ohne Rad und Feuer als "Jäger und Sammler auf den Bäumen". Andererseits ist etwas nicht nur deshalb gut, weil es neu ist.

Die Herausforderung besteht darin, Innovationen hinsichtlich der Vorteile, die sie bieten (können), auf den Prüfstand zu stellen und sie nur dann, wenn sie ausreichend Vorzüge aufweisen, verantwortlich zu nutzen.