Unterfußdüngung: Zielgenau und bedarfsgerecht

Richtiges Düngen ist gar nicht so einfach. Einerseits müssen ausreichend Nährstoffe im Boden verfügbar sein, damit die Pflanzen ohne Mangelerscheinungen wachsen und hochwertige Erntegüter liefern können. Andererseits darf aber nicht zu viel gedüngt werden: Ein Nährstoffüberschuss kann die Umwelt beeinträchtigen, er kann – ebenso wie ein Nährstoffmangel – die Qualität der pflanzlichen Erzeugnisse vermindern, und er kostet unnötiges Geld. Nährstoffe, die im Überschuss ausgebracht werden, sind ein klarer wirtschaftlicher Verlust für den Landwirt. Siehe hierzu auch "Düngung auf den Punkt"

Die Herausforderung lautet also: Nährstoffe möglichst genau in den Mengen, an den Stellen und zu den Zeiten verfügbar machen, wie sie von den Pflanzen benötigt werden. Diese bedarfsgerechte Versorgung ist während des gesamten Wachstums wichtig. Wenn es in einem Frühjahr nach der Düngung aber unerwartet kälter und nasser ist als in durchschnittlichen Jahren, werden Entwicklung und Nährstoffaufnahme der Pflanzen verzögert.

Mit einer "Unterfußdüngung" kann die Aufnahme durch die Pflanzen ganz generell – und insbesondere in einem solchen Fall – verbessert werden. Denn: Je gezielter die Nährstoffe dahin kommen, wo sie gebraucht werden, desto eher können sie aufgenommen und so auch Nährstoffverluste vermindert werden.

Düngung "unter Fuß" – was heißt das, wie geht das?

Bei einer Unterfußdüngung werden mit speziellen Sämaschinen bei der Ablage des Saatguts z. B. von Mais oder Raps im Boden auch Pflanzennährstoffe ausgebracht. Sie werden wenige cm unter und neben der Saatreihe platziert – und können so nach der Keimung der Pflanzen rasch von deren Wurzeln aufgenommen werden. 

Anordnung der einzelnen Bauteile an einer Sämaschine mit Unterfußdüngung
Anordnung der einzelnen Bauteile an einer Sämaschine mit Unterfußdüngung
Sämaschine mit kombinierter Unterfußdüngung
Sämaschine mit kombinierter Unterfußdüngung

Gut für Umwelt und Geldbeutel

Speziell für Nährstoffe wie etwa Phosphat, die rasch an Bodenteilchen gebunden und deshalb kaum mit dem Bodenwasser zu den Pflanzenwurzeln transportiert werden, unterstützt eine solche Platzierung in der Nähe der Wurzeln die Aufnahme. Dabei entstehen auch weniger unproduktive Verluste, die etwa nach dem Streuen von Dünger auf die Bodenoberfläche nach starken Niederschlägen auftreten können. So gewinnen Umwelt und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen.

Rapsbestand in gelockerten Reihen mit Einzelkornsaat und Unterfußdüngung
Rapsbestand in gelockerten Reihen mit Einzelkornsaat und Unterfußdüngung