Meilensteine für die Umwelt

Heute gehen Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und auch Ältere auf die Straße um für eine vernünftige Klimapolitik zu demonstrieren, denn sie alle machen sich Sorgen um die Umwelt. Diese Sorge ist nicht neu, ich erinnere mich noch gut an meine Kindheit und Jugend, in der dies bereits Thema war. Drei wichtige Themen aus dieser Zeit sind mir in Erinnerung geblieben:

  • Das Titelbild einer Spiegel-Ausgabe zum Thema Saurer Regen und zerstörte Wälder.
  • Die Debatte um das Ozonloch und FCKW.
  • Verpackungsmüll (Anfang der 1990er Jahre).

Gerade in dieser Zeit gründete sich aus der Umweltbewegung heraus mit der Grünen Partei etwas Neues. Diese hatten längst nicht nur Umwelt im Programm, standen aber eben vor allem für Umweltschutz.

Es hat sich einiges getan, aber wie Fridays for Future nicht zu Unrecht anmerkt, eben nicht genug.

Meilensteine für den Umweltschutz

Hier einige Meilensteine für den Umweltschutz aus den letzten Jahrzehnten.

1970 – Der Bayrische Wald wird Nationalpark

Der erste Nationalpark in Deutschland ist, seit 1970, der Bayerische Wald. Heute gibt es 16 Nationalparks auf einer Fläche von über einer Millionen Hektar (Stand Oktober 2020). Allerdings entfallen 80 Prozent auf Flächen in der Nord- und Ostsee. Es ist also nicht alles Wald. Nationalparks sollen in Deutschland wertvolle Ökosysteme schützen. Es gibt strikte Regeln zur wirtschaftlichen Nutzung.

1972 – DDT wird in den USA und Europa verboten.

DDT, das Insektizid Dichlordiphenyltrichlorethan, wird erst im Jahre 1972 sowohl in den USA als auch in Europa verboten. Nur zur Bekämpfung von Malaria (wird durch Mücken übertragen) bleibt es erlaubt. DDT reichert sich in unserer Nahrungskette an. Es ist zudem äußerst schädlich auch für unsere Vögel, denn auch in der Nahrungskette dieser landet es. Ein Beispiel: Da Greifvögel DDT durch ihre Nahrung aufnehmen, wird die Eierschale dünner. So gelingt kaum noch das erfolgreiche Ausbrüten von Nachwuchs. Die Folge waren Bestandseinbrüche bei Wanderfalken, Weißkopfseeadlern und auch bei europäischen Seeadlern. DDT steht zudem unter Verdacht beim Menschen Krebs auszulösen. DDT war seit den 1940er Jahren als Kontakt- und Fraßgift eingesetzt worden.

1976 – Kampf für sauberere Gewässer

Flüsse wurden schon in früher Zeit als Abwassersystem missbraucht. Später auch für Industrieabwässer. Die Folge: In den 1960er Jahren sind viele Flüsse, auch in Deutschland, eher Kloaken. In dieser Zeit steht der Rhein vor dem Aus, er steht kurz davor ein ökologisch totes Gewässer zu werden. Es sind so viele Schadstoffe und Schwermetalle im Wasser, dass Lachse zum Beispiel nicht mehr zu finden sind. Dabei war der Rhein einmal ein Fluss, in dem auch Lachse auf Wanderung gingen. Erst im Jahre 1976 wurde im Bundestag ein Abwasserabgabengesetz verabschiedet, dass vorsah, dass nicht nur die Kommunen, sondern eben auch die Industrie Zahlen müssen für dreckige Einleitungen. Dies ist so teuer, dass nun flugs nicht nur Filter, sondern auch Kläranlagen installiert werden. Ein großer Rückschlag ist dann aber der Chemieunfall im Jahre 1986 (Sandoz, Basel, Schweiz). Der Rhein erholt sich aber weitestgehend. Heute gibt es Bemühungen, den Lachs auch wieder anzusiedeln.

1989 – Autos erhalten Katalysatoren

Für das oben bereits erwähnte Waldsterben sind Stickoxide und Schwefeldioxide verantwortlich. Zunächst werden Kohlekraftwerke verpflichtet ihre Abgase zu reinigen, 1989 werden Katalysatoren bei Autos Pflicht. Schon 1990 ist die  Schwefeldioxidbelastung erheblich zurückgegangen.

1990 – Wiederverwertung

Wir werfen heute noch sehr viel weg, insbesondere Verpackungsmüll. Ende der 1980er Jahre war ein Protest dagegen im Laden völlig unnütze Verpackung zurückzulassen. Insbesondere Umverpackungen. Getrennt wurde damals nur in Müll, Papier und Glas. 1990 kam dann noch die Trennung nach Plastik dazu. Alles, was einen grünen Punkt hatte, durfte entsprechend in gelbe Säcke entsorgt werden. Immerhin wird heute eine ganze Menge Plastik recycelt. Allerdings ist es heute noch günstiger, neuen Kunststoff zu produzieren.

1993 – Kühlschränke ohne FCKW

FCKW, Fluorchlorkohlenwasserstoff, ist ein Treibhausgas, dass die Ozonschicht zerstört. Insbesondere über der Antarktis, aber auch über Australien gibt es entsprechende Ozonlöcher (was, nur als Beispiel, dazu führt, dass die Menschen aber auch Tiere sehr schnell einen Sonnenbrand bekommen, was wieder zu mehr Hautkrebs führen kann). FCKW findet sich in Deos, Haarsprays, Feuerlöschern und eben Kühlschränken. Im Jahr 1993 kommt nun der erste Kühlschrank ohne FCKW auf den Markt. Entwickelt wurde er von einem deutschen Hersteller in Zusammenarbeit mit Greenpeace. Diese neue Kühlung wird schnell Standard und bereits 1995 ist es verboten neue Kühlschränke mit FCKW in der Kühlung zu verkaufen.

2016 – Plastiktüten

2016 – In einer Selbstverpflichtung entscheidet der Deutsche Einzelhandelsverband kostenlose Plastiktüten aus allen Geschäften seiner Mitglieder zu verbannen. Noch 2010 waren in Deutschland pro Jahr und Kopf statistisch 64 Einkaufstüten erzeugt und verwendet worden. Schon 2018 waren es nur noch 24 Stück.

2019 – Einwegplastik wird verboten

Im Mai 2019 verbietet die EU Einwegplastik. Ab Sommer 2021 dürfen keine Einwegteller, Strohhalme aus Plastik oder gar Besteck verkauft werden. Sogar Wattestäbchen aus Plastik werden verboten. Allerdings trifft dieses Verbot, gerade bei Strohhalmen, auch Menschen, die diese in ihrer Versorgung dringend benötigen.

Manchmal funktioniert es – Meilensteine für die Umwelt

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