Samenbomben selber machen

Akkurat geschnittener Rasen, Wiesen ohne eine Blume darauf, das sorgt nicht gerade dafür, dass Insekten bei der Nahrungssuche Erfolg haben. Mit Samenbomben kannst Du etwas für den Artenschutz tun und eine Art „grünen Widerstand“ gegen die Betonwüsten leben.

Auch wenn das Artensterben ein großes Problem darstellt, ist es doch ganz einfach, etwas dagegen zu tun. Jeder einzelne von uns kann ohne großen Aufwand für den Artenschutz aktiv werden. Das löst das Problem zwar nicht, ist aber ein wirksames erstes Zeichen. Ein Zeichen kann das Begrünen von Flächen sein, dabei helfen eben selbstgemachte Samenbomben.

Anleitung Samenbomben selber machen

Als Zutaten für deine Samenbombe benötigst du Ton oder Bentonit, Erde, Nährstoffe und natürlich Samen. Die Erde und die Nährstoffe dienen den Samen als notwendige Grundlage. So hat deine Samenbombe auch bei schlechten Ausgangsbedingungen doch bessere Blühchancen.

Als Samen sollten heimische Arten ausgewählt werden. Dazu sollten insektenfreundliche Pflanzen bevorzugt werden. Der Arterhaltung nutzen nicht alle hübsch blühende Pflanzen etwas.  Perfekt ist die eigene Samenbombe, wenn Bio-Saatgut verwendet wird.

Bienenfreundlich und Hummelmagnet

Als Bienenfreundlich bzw. Hummelmagnet gelten folgende Pflanzen: Färberkamille, Hornschottenklee, Luzerne, Reseda, Thymian, Ysop, Sonnenblume, Steinkraut, Dill, Knorpelmöhre, Ringelblume, Mädchenauge, Schmuckkörbchen, Drachenkopf, und viele andere.

Zutaten für etwa zwölf Kugeln Samen

  • 2 Teelöffel insektenfreundliches Bio-Saatgut
  • 10 Esslöffel Erde
  • 10 Esslöffel Tonerde, funktioniert auch mit unparfümierten Katzenstreu aus Bentonit

Anleitung Herstellung

  • Die Erde mit dem Saatgut vermischen.
  • Nun die Tonerde hinzugeben. Bentonit-Katzenstreu muss zuvor mit dem Mörser etwas zerkleinert werden.
  • Nun die Mischung mit Wasser vermischen. Es sollte ein geschmeidiger, aber dennoch fester Brei entstehen. Der Brei sollte sich noch zu Kugeln formen lassen.
  • Aus dieser Masse Kugeln formen. Diese müssen nun einige Tage trocknen.

Saatgut keimt schnell

Da das Saatgut schnell zu keimen beginnen kann, ist es wichtig, nicht zu viel Wasser zu verwenden. Mit zu viel Wasser lassen sich zudem kaum Kugeln formen. Gelagert und auch getrocknet werden die Samenkugeln an einem lichtgeschützten und kühlen Ort.  Bei kühler und trockener Lagerung lassen sich die Samenbomben bis zu zwei Jahre aufbewahren.

Wenn Du deine Samenbomben verschenken möchtest, solltest du sie am besten in einem Kraftpapier, Packpapier Beutel einpacken. Das schützt sie zumindest vor Licht.

Wo du Samenbomben einsetzen kannst

  • Begrünte Verkehrsinseln, wenn diese zu akkurat sind.
  • Bahndämme.
  • Brachliegende Grundstücke.
  • Sogar am Waldrand.
  • Im eigenen Garten.

Wichtig ist es, die Samenkugeln auf öffentlichen Flächen zu platzieren. Also bitte nicht einfach in einen fremden Garten werfen.

Bienenfreundlich und Hummelmagnet

Als Bienenfreundlich bzw. Hummelmagnet gelten folgende Pflanzen: Färberkamille, Hornschottenklee, Luzerne, Reseda, Thymian, Ysop, Sonnenblume, Steinkraut, Dill, Knorpelmöhre, Ringelblume, Mädchenauge, Schmuckkörbchen, Drachenkopf, und viele andere.

Wann Samenbomben auslegen

Wunder darfst du nicht erwarten, es kann sechs bis acht Wochen dauern, bis die Samenbombe aufgeht und ihre volle Blütenpracht entfaltet. Am besten ist es also, eine solche Bombe im Frühjahr oder Frühsommer platzen zu lassen.

Achtung:

Bitte die Samenbomben so ausstreuen, dass diese Hundehalter nicht irritieren. Ab und an sehe ich in einschlägigen Facebookgruppen Bilder von Samenbomben, bei dem beunruhigte Hundehalter befürchten, dass es sich um Giftköder handelt. Wenn du also siehst, dass deine Samenbomben wieder eingesammelt werden, nicht gleich meckern. Es könnte tatsächlich ein Hundefreund sein, der diese nicht als was Gutes und Nützliches erkannt hat.

Was du noch tun kannst

  • Deine eigene Terrasse, deinen eigenen Balkon insektenfreundlich gestalten.
  • Dich dafür einsetzen, dass euer Hochhausdach (Flachdach vorausgesetzt) begrünt wird.
  • Grünstreifen in der eigenen Wohnanlage vor dem akkuraten Grünschnitt bewahren.
  • Insektenhotels aufstellen
  • Und vieles mehr

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