Innovation Naturhaushalt

Boden, Wasser, Luft und die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten bilden den Naturhaushalt, in dem wir leben. Auftrag der Landwirtschaft ist es, uns mit sicheren und hochwertigen Nahrungsmitteln zu versorgen. Daneben wird die Erzeugung nachwachsender Rohstoffe zur Energiegewinnung immer bedeutender. Um diese wichtigen Aufgaben zu erfüllen, nutzt nachhaltige Landwirtschaft den Naturhaushalt und trägt gleichzeitig dazu bei, ihn zu bewahren.

Die empfindliche Balance zwischen Nutzen und Erhalten muss immer wieder in dem Maße neu justiert werden, wie sich die Landwirtschaft weiterentwickelt. Hier sind innovative Konzepte gefragt – technische Lösungen ebenso wie ganzheitliche ökologische Ansätze und geeignete gesellschaftliche Rahmenbedingungen.

Was ist Naturhaushalt überhaupt?

Der Naturhaushalt ist die Gesamtheit der Wechselwirkungen zwischen allen Bestandteilen der Umwelt und der Natur. Die Bestandteile der Umwelt werden dabei grob in

  • abiotische Schutzgüter (Boden, Wasser, Luft/Klima) und
  • biotische Schutzgüter (Mensch, Pflanzen, Tiere, Biotope und Biozönosen)

unterteilt. Landschaftshaushalt wird seltener und teilweise synonym oder als Unterbegriff zu Naturhaushalt verwendet. Der Begriff Landschaftshaushalt bezieht sich auf einen räumlich abgrenzbaren Bereich der Umwelt oder einer Landschaft.

Der Begriff ist juristisch zu betrachten und wird meistens im Zusammenhang Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes als Lebensgrundlage für den Menschen verwendet. Er lässt sich fach-theoretisch nicht eindeutig und vollständig erfassen, muss aber vom Landschaftsplaner für die Planungspraxis übersetzt werden. Dabei sind stets fachliche Untersuchungen entscheidend.

Das Naturhaushalts-Konzept „impliziert eine ökosystemare Sichtweise auf die uns umgebende Umwelt“[Quelle: Konstanze Schönthaler, Felix Müller, Jan Barkmann (2003): Synopse von Ansätzen zur systemaren Umweltforschung – deutsche Beiträge zum Ökosystemmanagement. Seite 53].

Die Naturhaushalts-Funktionen können entsprechend mit den Ökosystemdienstleistungen gleichgesetzt werden. Um die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes nicht abzuschwächen oder gar zu verlieren, ist häufig der Erhalt von biologischer Vielfalt (so genannte Biodiversität) notwendig. Globale Umweltveränderungen und Zukunftsszenarien berücksichtigen vor allem die anthropogenen Einflüsse auf den Naturhaushalt der Erde.

Studie: Globaler Naturhaushalt erheblich gefährdet!

Über 15.000 Wissenschaftler haben 2017 eine eindringliche Warnung an die Menschheit veröffentlicht, die belegt, dass der globale Naturhaushalt erheblich gefährdet ist und die Chancen seines Erhaltes derzeit negativ eingeschätzt werden.[Quelle: William J. Ripple, Christopher Wolf, Thomas M. Newsome, Mauro Galetti, Mohammed Alamgir, Eileen Crist, Mahmoud I. Mahmoud, William F. Laurance und 15.364 Biowissenschaftler aus 184 Ländern: World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice. In: BioScience. Band 67, Nr. 12, 2017, S. 1026–1028. BioScience. Warning. (externer Link)]